Pickleball Nations Cup 2025: Ein Team-Event, das Maßstäbe setzt

Am 22. November 2025 feierte die Pickleball Federation Austria eine Premiere: Der erste Pickleball Nations Cup wurde bei Racket Revolution in Wiener Neustadt ausgetragen – ein Showcase-Event, das zeigte, wie ein echtes Teamformat auf europäischer und internationaler Ebene künftig aussehen könnte.

Initiiert wurde das Event von den Präsidenten Peter Robič (Österreich) und Zoltán Bőhm (Ungarn), die seit Jahren für ein starkes, internationales Teamformat in Europa eintreten.

„Zoltán war einer der Ersten, der ein Team-Format für die Europameisterschaften vorgeschlagen hat – Österreich hat das immer unterstützt. Es freut mich sehr, dass wir mit diesem Event zeigen konnten, wie ein echter Team-Bewerb aussehen kann.“
Peter Robič, Präsident Pickleball Federation Austria

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Ein Tag, vier Nationen und ein Ziel: Teamgeist

Der erste Pickleball Nations Cup brachte Top-Spielerinnen und -Spieler aus Österreich, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zusammen. Die Slowakei blieb in allen drei Begegnungen ungeschlagen und kürte sich zum ersten Champion des Bewerbs. Österreich sicherte sich zwei umkämpfte 3:2-Siege gegen Ungarn und Tschechien und belegte Rang zwei; gefolgt von Tschechien und Ungarn.

Österreichs Teamkapitänin Ashley Simpson: „Es war eine großartige Gelegenheit, das Team zusammenzuhalten und alle für kommende internationale Meisterschaften motiviert zu halten.“

Ungarn nutzte die Gelegenheit, die nächste Generation aufzubauen: „Bei diesem Showcase-Event wollten wir einigen unserer jungen Spieler die Möglichkeit geben, sich auf der europäischen Bühne zu zeigen und Erfahrungen zu sammeln“, so der ungarische Team-Kapitän László Miklós. 

Das Line-up konnte sich sehen lassen: Europameister Stefan Urban (AUT), die europäischen Top-Singles-Spieler Bakó Bálint (HUN) und Stefan Grubmüller (AUT) sowie die slowakischen Stars Viktória Kanichová und Karina Zustakova – um nur einige zu nennen – sorgten für internationale Spitzenqualität.

Österreich: ⁠Denise Hübsch, ⁠Jasmin Primus, Ashley Simpson, Stefan Grubmüller, Thomas Knapp, Stefan Urban, Michael Wurdits

Ungarn: Ramóna Ambrus- Rácz, Barbara Kovács, Anna Rupf, Bakó Bálint, Bence Török, Ákos Dobos

Tschechien: Martin Marušák, Vaclav Nuhlicek, Benjamin Shuster, Diana Nepimachová, ⁠Tereza Kolarova, Tereza Rapantová

Slowakei: Michal Pavolka, Alex Rosa, Viktoria Kanichova, Karina Zustakova

Das Format: 5 Matches bis 15 – pure Spannung

In jeder Begegnung werden fünf Bewerbe gespielt: Herren-Doppel, Damen-Doppel, Herren-Einzel, Damen-Einzel und Mixed-Doppel – jeweils ein Game bis 15 (win by 1), mit zwei zulässigen Einsätzen pro Spieler:in. Ein Team besteht aus mindestens zwei und höchstens vier Damen und Herren.

Dieses klare, kompakte Format wurde von Spieler:innen wie Offiziellen begeistert aufgenommen:

„Dieses Format war spannender, es fühlte sich viel mehr wie ein echtes Team-Event an. In diesem Format kann man zwei Länder wirklich miteinander vergleichen – man gewinnt oder verliert direkt gegen eine Nation.“
Stefan Urban, Europameister Herren-Doppel

„Ich bevorzuge dieses Format auf jeden Fall. In diesem Format kann sich das Team gegenseitig wirklich unterstützen.“
Viktória Kanichová, Präsidentin Slovak Pickleball Association und europäische Top-Spielerin

„Für Spieler ist das wohl das beste Format, das es gibt. Es ist ein besonderes Gefühl – man spielt für sein Team, für sein Land.“
Bakó Bálint, europäischer Top-Spieler

„Nationen treten direkt gegeneinander an. Der Teamgeist ist viel stärker.“
Zoltán Bőhm, Präsident Pickleball Hungary

Innovationen im Test: Reaktionen, Matchcourts, Spannung

Bewusst wurden mehrere Dinge beim Showcase-Event erprobt:

  • React im MLP-Style: Das Team, das den Münzwurf gewinnt, darf auf die Aufstellung des Gegners „reagieren“ – also ihr Team danach eintragen. Alternative Modelle wie eine geheime Aufstellung beider Teams oder Reaktionen auf jedes einzelne Match wurden ebenfalls angedacht.
  • Matchcourts: Gespielt wurde teils auf einem, teils auf zwei Courts parallel. Zwei Courts verkürzten die Gesamtdauer um rund eine Stunde (max. Dauer 1,5 Stunden pro Begegnung). Die Teams bevorzugten jedoch klar ein Duell auf einem Court – optimale Stimmung, maximaler Support (max. Dauer ca. 2,5 Stunden pro Begegnung).

Ein Meilenstein für Europa

Der Pickleball Nations Cup könnte sich als feste Größe im europäischen Pickleball-Kalender etablieren. Die besten Spieler:innen mehrerer Nationen an einem Ort zu versammeln, begeisterte die Aktiven aller Nationen. „Unsere Länder liegen so nah beinander. Wir können uns unterstützen, indem wir miteinander spielen“, so Viktória Kanichová.

Der Erfolg dieser Premiere unterstreicht die vielversprechende Entwicklung des Pickleball-Sports in der Region. Zoltán Bőhm, Präsident von Pickleball Hungary: „Für uns in Mitteleuropa ist dies eine großartige Veranstaltung und der Beginn einer starken Zusammenarbeit.“

Die Zukunft der Pickleball Europameisterschaften

Das beim Pickleball Nations Cup bewährte Team-Format würde die Organisation von Europameisterschaften erheblich vereinfachen. Anstelle von zahlreichen Bewerben (Herren- und Damen-Doppel, Herren- und Damen-Einzel sowie Mixed-Doppel), gäbe es nur einen Team-Bewerb.

Wie in anderen Sportarten üblich, könnte sich bei Europameisterschaften der Team-Bewerb mit einzelnen Meisterschaften abwechseln: Jahr 1 Team-Europameisterschaften, zu denen jede Nation eine Mannschaft entsendet; Jahr 2 Europameisterschaften im Einzel, Doppel und Mixed, zu dem jede Nation zwei bis vier Aktive entsenden kann. Dieser Bewerb kann wie ein reguläres Turnier durchgeführt werden.

Auch Top-Spieler Bakó Bálint würde sich dieses Format wünschen: „Mir wäre es lieber, wenn alle zwei Jahre ein Team-Event wie dieses stattfinden würde und im jeweils anderen Jahr sollte ein Spieler im Einzel, Doppel und Mixed um die Europameisterschaft spielen können.“